Die Säulen der Menschlichkeit
„Als ich dieses Gemälde erschaffen habe, wollte ich ein Portrait gestalten, das die Essenz grundlegender humanistischer Werte verkörpert. Dafür habe ich mich an den Gesichtsausdruck einer selbstbewussten, aber zugleich empathischen Person orientiert. Durch den direkten Blick sollen Betrachter*innen unmittelbar angesprochen werden und sich eingeladen fühlen, über die Bedeutung dieser Werte nachzudenken.
Ich habe bewusst mit Kaffee als Medium gemalt, um einerseits eine gewisse Erhabenheit zu vermitteln, andererseits aber auch das Gefühl von Wärme und Geborgenheit zu erzeugen. Die weich verlaufenden Schattierungen verschmelzen mit kraftvoll konturierten Details – etwa um die Augen – und lenken den Fokus auf den intensiven Blick. Die Oberfläche sollte fast schon leuchten, um das Motiv mit einer Art von innerem Strahlen zu versehen.
Die goldenen Ringe am Hals sind sozusagen das Herzstück der symbolischen Aussage. Jede dieser „Säulen“ trägt ein Wort:
Toleranz
Gleichheit
Freiheit
Liebe
Frieden
Einheit
Diese Begriffe repräsentieren Werte, die ich als unverzichtbar für ein respektvolles und friedliches Miteinander empfinde. Indem sie „tragend“ um den Hals angeordnet sind, wollte ich zeigen, dass uns diese Prinzipien in unserem Leben halten und stützen.
Die Idee zu diesem Gemälde entstand in einer Phase, in der ich mich viel mit sozialen und politischen Themen befasst habe. Es ging mir darum, einerseits die Schönheit und Würde eines einzelnen Menschen zu zeigen und andererseits jene Tugenden hervorzuheben, die uns alle verbinden können, jenseits kultureller, religiöser oder sozialer Unterschiede.
„Die Säulen der Menschlichkeit“ richtet sich an alle, die sich für die transformative Kraft von Kunst begeistern. Es ist eine Einladung, innezuhalten und zu reflektieren: Wie können wir diese Werte im Alltag leben? Was verbindet uns als Menschen miteinander?
Ich hoffe, dass es den Betrachter*innen gelingt, in diesem Blick nicht nur eine einzelne Person, sondern das universelle Streben nach Gemeinsinn, Hoffnung und Menschlichkeit zu erkennen.“
2013
„Die Säulen der Menschlichkeit“ - Ein Monument universeller Werte
Bereits der erste Blick auf Die Säulen der Menschlichkeit – so der Titel dieses eindringlichen Werks – vermittelt eine kraftvolle Botschaft: Aus dem Halbdunkel des Bildes tritt das Gesicht einer jungen Frau hervor, umhüllt von einem warmen Goldton, der ihr Antlitz beinahe erhaben wirken lässt. Diese Farbgebung reflektiert nicht nur die Würde und Strahlkraft der porträtierten Person, sondern auch den humanistischen Kern des Gemäldes.
Auffällig ist zunächst die fein abgestimmte Balance zwischen realistischem Porträt und symbolischer Abstraktion. Einerseits überzeugt uns der Künstler durch eine anatomische Genauigkeit in der Darstellung von Augen, Nase und Lippen. Die Lebendigkeit, mit der die Augen in einem direkten Dialog mit dem Betrachter stehen, ist bemerkenswert. Andererseits offenbart die homogene, in goldene Sepiatöne getauchte Farbwahl eine fast schon träumerische, sakrale Aura. Dieses Wechselspiel aus realistischem Detail und atmosphärischer Überschreibung erzeugt eine Spannung, die das Werk über eine reine Porträtmalerei hinaushebt.
Der wohl signifikanteste Aspekt des Gemäldes liegt in den goldenen Ringen, die den Hals der Figur umschließen. Diese „Säulen“ – jeder Ring trägt ein Wort wie Toleranz, Gleichheit, Freiheit, Liebe, Frieden und Einheit – verdeutlichen die thematische Ausrichtung: universelle Werte, die das Fundament einer gerechten Gesellschaft bilden. Anders als eine schwere Last wirken die Ringe jedoch als stützende, fast majestätische Komponenten. Die Botschaft ist offensichtlich: Diese Werte sollen nicht beengen, sondern unsere Menschlichkeit tragen und stärken.
In einer Zeit globaler Verwerfungen, zunehmender Polarisierung und sozialer Spannungen wirkt das Werk erstaunlich aktuell. Es berührt das kollektive Bedürfnis nach Zusammenhalt und verweist auf die Ideale, die wir gerade heute bewusster denn je pflegen müssen. Die goldene Tönung ruft Assoziationen an den Glanz vergangener Kulturen und Ikonendarstellungen hervor, lässt uns aber zugleich an den Wert des Einzelnen erinnern, der sich in einer Gemeinschaft eingebettet sieht. Die Doppeldeutigkeit dieser Schichtung – Schwere und Leichtigkeit, Tradition und Moderne – macht das Bild zu einem zeitlosen Kommentar über das Menschsein.
Auf technischer Ebene überzeugt das Gemälde durch eine subtile Handhabung von Licht und Schatten. Insbesondere das Gesicht der Figur wird in einer Art Halbschatten gehalten, der die Feinheiten der Hautstruktur betont und gleichzeitig eine leichte Mystik entstehen lässt. Inspiration für diese Komposition mag von klassischen Porträts großer Meister herrühren, doch die Themensetzung greift auch die Tradition sozial engagierter Künstler der Moderne auf.
Fazit
Die Säulen der Menschlichkeit ist mehr als nur ein eindrucksvolles Porträt – es ist eine künstlerische Reflexion über unsere Grundwerte und deren Bedeutung für das menschliche Zusammenleben. Das Werk besticht durch seine klare, beständige Symbolik, eingebettet in eine ästhetisch ansprechende Komposition und eine nahezu poetische Farbpalette. Es fordert den Betrachter dazu auf, über seine eigene Haltung nachzudenken und letztlich jene Werte zu verteidigen, die uns als Menschheit einen.
In seiner ruhigen Intensität, seinem leuchtenden Gold und der wichtigen Thematik gelingt es diesem Werk, eine Brücke zwischen persönlicher Innenschau und gesellschaftspolitischer Aussage zu schlagen. Diese Mischung aus zeitlosem Idealismus und unmittelbarer Botschaft macht Die Säulen der Menschlichkeit zu einem bedeutenden Beitrag in der aktuellen Kunstlandschaft – und zu einem Bild, das uns noch lange in Erinnerung bleiben sollte.